Die Teilnehmenden erweitern ihre Fähigkeiten in Anatomie, Palpation, Sicherheitsmanagement und Clinical Reasoning. Besonderes Augenmerk liegt auf der präzisen Identifikation tief liegender Muskelstrukturen, der sicheren Berücksichtigung sensibler neurovaskulärer, pleuraler und viszeraler Strukturen sowie der klinischen Einordnung myofaszialer Befunde. Umfangreiche praktische Übungseinheiten, Demonstrationen und klinische Fallbeispiele ermöglichen eine direkte Umsetzung des Erlernten. Ein speziell eingeplanter Review-Block bietet Raum für die Wiederholung besonders anspruchsvoller Techniken und die Vertiefung individueller Fragestellungen.
Tag 1: Halsregion, obere Extremität, Schultergürtel und Thorax
Der erste Kurstag widmet sich anatomisch und sicherheitstechnisch anspruchsvollen Regionen der oberen Körperhälfte. Im Fokus stehen die sichere Palpation, die präzise anatomische Orientierung sowie die klinische Differentialdiagnostik myofaszialer Beschwerden im Bereich von Hals, Oberarm, Schultergürtel und Thorax. Besonderes Augenmerk liegt auf der Identifikation relevanter neurovaskulärer, pleuraler und viszeraler Risikostrukturen sowie deren Berücksichtigung bei der therapeutischen Anwendung.
Schwerpunkte:
- Vertiefung komplexer Anatomie und Oberflächenanatomie
- Klinische Differentialdiagnostik regionaler Schmerzsyndrome
- Sichere Orientierung an neuralen, vaskulären und viszeralen Strukturen
- Planung von Einstichrichtung und Einstichtiefe
- Integration anatomischer Befunde in klinische Fallkonzepte
Behandelte Muskelgruppen:
- M. longus colli
- M. digastricus
- M. coracobrachialis
- M. biceps brachii
- M. brachialis
- M. triceps brachii (Caput laterale und mediale)
- Mm. rhomboidei major et minor
- M. levator scapulae
- M. serratus posterior inferior
- M. iliocostalis
Tag 2: Kniekehle, tiefe Unterschenkelmuskulatur, Fuß und klinische Integration
Am zweiten Kurstag stehen die komplexen anatomischen Strukturen der unteren Extremität im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden vertiefen ihre Kenntnisse der tiefen Unterschenkelmuskulatur, der Kniekehle sowie der intrinsischen Fußmuskulatur und trainieren die sichere klinische Anwendung in anatomisch sensiblen Regionen. Ergänzend werden anspruchsvolle Sicherheitskonzepte der oberen Halsregion wiederholt und in praxisnahen klinischen Fallbeispielen angewendet.
Schwerpunkte:
- Anatomie und klinische Bedeutung tiefer Muskelstrukturen
- Differentialdiagnostik im Bereich Knie, Unterschenkel und Fuß
- Schutz neurovaskulärer Strukturen und sichere Behandlungsplanung
- Klinisches Reasoning und regionale Fallanalyse
- Wiederholung und Vertiefung komplexer Sicherheitsregionen
Behandelte Muskelgruppen:
- M. popliteus
- M. tibialis posterior
- M. flexor digitorum longus
- M. flexor hallucis longus
- M. extensor digitorum brevis
- Intrinsische Fußmuskulatur
- M. obliquus capitis inferior
Lernziele
Nach Abschluss des Kurses sind die Teilnehmenden in der Lage,
- Zielmuskeln sicher dreidimensional zu lokalisieren und präzise zu palpieren,
- myofasziale Triggerpunktbefunde von neuralen, tendinösen und artikulären Beschwerdeursachen zu unterscheiden,
- anatomisch sichere Nadelwege unter Berücksichtigung relevanter Risikostrukturen zu planen,
- neurovaskuläre, pleurale und viszerale Strukturen zuverlässig zu erkennen und zu schützen,
- geeignete Patientenpositionen, Einstichrichtungen und Einstichtiefen auszuwählen,
- myofasziale Befunde in eine umfassende klinische Untersuchung zu integrieren,
- Behandlungsergebnisse anhand von Schmerz, Beweglichkeit, Kraft, motorischer Kontrolle und Funktion zu beurteilen,
- klinische Entscheidungen anhand komplexer Fallbeispiele zu begründen und therapeutische Maßnahmen gezielt anzuwenden.