Kurs-Programm der OSD

Dry Needling – Intramuskuläre Stimulation (IMS) ADVANCED

Dozent: Bob Gerwin (USA), Simeon Niel-Asher (GBR)

Kursfakten

Voraussetzungen zur Teilnahme

Teilnahme am vorherigen Kurs: Dry Needling _ Intramuskuläre Stimulation (IMS)

Kursgebühr

596,00 

32 Plätze frei

32 Plätze frei

Kursdetails

Kursinhalt

TAG 1 – KOPF, GESICHT, BRUSTKORB UND NERVENEINKLEMMUNGSSYNDROME

Tag 2 – VORMITTAG

TMD & orofaziale Schmerzen

(Temporalis, laterale und mediale Pterygoideus-Muskeln, Masseter, mimische Muskeln: Procerus, Buccinator, Corrugator, Platysma)

1. Klinischer Überblick

Warum TMD und Gesichtsschmerzen häufig falsch diagnostiziert werden:

  • „Zahnschmerzen”, die eigentlich muskulär sind
  • Kontinuum von Kopfschmerzen, Kiefer und Nacken
  • Wie Okklusion und Körperhaltung mit kraniofazialen Triggerpunkten interagieren
  • Sensibilisierung der Trigeminusbahnen → weit verbreitete Symptome
  • Warum Bildgebung selten hilft

2. Fall 1 – Einseitige Kieferschmerzen + Gelenksgeräusche („Klassische, aber irreführende TMD”)

Häufige Fehldiagnosen:

  • Degenerative Gelenkerkrankung
  • „Diskus Dislokation“
  • Malokklusion

Triggerpunkte:

  • Lateraler Pterygoideus (intraartikuläre Schmerzen, Reproduktion des Gelenkgeräusches)
  • Medialer Pterygoideus (Halsschmerzen, tiefe Kieferschmerzen)
  • Masseter (Zahnschmerzen)

Mögliche muskuläre Faktoren:

  • Corrugator (Schmerzen in Stirn/Augen)
  • Procerus (Druck auf die Stirn)
  • Buccinator (Wangenbeschwerden → Zahnbeschwerden)
  • Platysma (vordere Kehle, Kieferbeschwerden)

Tag 1 – NACHMITTAG

Brustschmerzen und Nerveneinklemmungssyndrome

(Pectoralis minor, Pectoralis major, Serratus anterior · Pronator teres · „Double-Crush-Konzepte“)

1. Klinischer Überblick

Warum 30 % der „Brustschmerzen” muskuloskelettaler Natur sind:

  • Angst und Atemmechanik
  • Schmerzübertragung vom Pectoralis minor zur Brustwand und zum Schulterblatt
  • Serratus anterior-Rippen-/Seitenschmerzen, die fälschlicherweise als viszeral interpretiert werden

Orthopädische Ausschlussdiagnose:

  • Warnzeichen (kardial, Costochondritis, pulmonal)
  • Einfache Rippenfederungstests

2. Fall 1 – Engegefühl in der Brust, Angstzustände, Parästhesien im Arm

Häufige Fehldiagnosen:

  • Costochondritis
  • Herzuntersuchung mit negativen Befunden

Wichtige Muskeln:

  • Pectoralis minor (primär)
  • Serratus anterior
  • Pectoralis major (sternaler und klavikulärer Anteile)

3. Fall 2 – Einklemmung des Nervus medianus (Pronator-Teres-Syndrom vs. Karpaltunnel)

TAG 2 – BECKEN, BAUCH, VISZERALE REFERENZSCHMERZEN, UNTERARM UND HAND

Tag 2 – VORMITTAG

Beckenschmerzen (einschließlich gynäkologischer Kontexte) + abdominale und viszerosomatische Schmerzen

(Adduktoren, GiGO-Komplex, Obturator internus; externer schräger Bauchmuskel, Rectus abdominis, Psoas major)

1. Klinischer Überblick

Das Becken als neuromyofaszialer Knotenpunkt verstehen:

  • Beckenboden – Hüftrotator – Bauchmuskelkette
  • Viscero-somatische Referenz (Dickdarm, Blase, Gebärmutter, Eierstöcke)
  • Wie Triggerpunkte viszerale Schmerzen imitieren
  • Warum chronische Beckenschmerzen selten „nur vom Beckenboden” verursacht werden

2. Fall 1 – Gynäkologische Schmerzen (aber muskuloskelettaler Ursprung)

Vorhandene Symptome:

  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Tiefe Beckenschmerzen
  • Leistenschmerzen bei Hüftrotation

Muskeln:

  • Obturator internus
  • GiGO-Komplex
  • Adduktoren

3. Fall 2 – Bauchschmerzen: Viszeral vs. myofaszial

Symptome:

  • „Stechen” im Obliquus externus und Rectus abdominis
  • Pseudo-Blinddarmsymptome
  • Hodenschmerzen und PID-Schmerzen
  • Gynäkologische Schmerzen

Muskeln:

  • Obliquus externus
  • Rectus abdominis
  • Psoas major

Neurologischer Schwerpunkt:

Viscero-somatische Bahnen:

  • Wie Organreizungen die entsprechenden Wirbelsäulensegmente sensibilisieren
  • Triggerpunkte als Verstärkungszonen des Rückenmarks

4. Synthese:

Der Becken-Bauch-Algorithmus

  • Primäre Beckenfaktoren
  • Bauchfaktoren
  • Viszerale Mimikry
  • Wie man IMS bei chronischen, ungelösten Beckenschmerzen sequenziert

Tag 2 – NACHMITTAG

Beugersysteme der oberen Extremitäten und intrinsische Muskeln der Hände und Füße

(Flexor carpi radialis, Palmaris longus, Flexor digitorum superficialis und profundus, Mm. interossei der Hand; intrisische Fußmuskeln)

1. Klinischer Überblick

Warum Unterarmbeugergruppen anhaltende Handsymptome verursachen:

  • Greifbelastung + wiederholte Belastung
  • Beiträge der Halswirbelsäule
  • Warum die alleinige Behandlung des Handgelenks versagt
  • Hand-Unterarm-Schulter-Kette

2. Fall 1 – Mediale Unterarmschmerzen + schwacher Griff

Häufig falsch diagnostiziert als:

  • „Golferellenbogen”
  • Karpaltunnel
  • Tendinopathie

Beteiligte Muskeln:

  • Flexor carpi radialis
  • Palmaris longus
  • Flexor digitorum superficialis und profundus

3. Intrinsische Hände und Füße (Mini-Modul)

Anwendungen:

  • RSI-Syndrom (Repetitive-Strain-Injury)
  • Metatarsalgie
  • Plantare Fersenschmerzen

Muskeln:

  • Quadratus plantae
  • Lumbricales
  • Interossei
  • Abductor hallucis
  • Flexor hallucis brevis
  • Mm. interossei des Fußes

 

 

Dozent/en

Simeon Niel-Asher (GBR)
Der Osteopath Simeons Niel-Asher ist leitender Ausbilder der israelischen Gesellschaft für muskuloskelettale Medizin und Autor von zwei Triggerpunkt-Lehrbüchern.
Prof. Bob Gerwin (USA)
Prof. Bob Gerwin ist Neurologe und ehemaliger Leiter der Schmerzmedizin an der Johns Hopkins University. Er ist einer der ursprünglichen Begründer der Triggerpunkt-Bewegung und hat Dr. Travell und Dr. Simons eingeführt. Er hat zahlreiche Publikationen über Triggerpunkt-Medizin veröffentlicht und gilt als die weltweite Nummer 1 auf dem Gebiet des Deep Dry Needling – Intramuscular Stimulation (IMS).

Kursdetails

Kursnummer

Nummer 26MC09SA2 Kategorie

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